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Bürgerentlastungsgesetz – neue Berechnung der Vorsorgepauschale (PKV)

Sonntag, 06. Dezember 2009 erstellt von Frank Müller
Kategorie Gesetzesänderungen, Artikel senden

Im Artikel vom 29. November 2009 wurde die Auswirkung des Bürgerentlastungsgesetzes auf die Vorsorgepauschale bei gesetzlich krankenversicherten Arbeitnehmern erläutert. Dieser Text befasst sich mit den Besonderheiten bei PKV-Versicherten. 

Im Rahmen der Entgeltabrechnung sind als Vorsorgepauschale anzusetzen:
– für die KV/PV 12 % des Bruttoarbeitslohnes, max. 1.900 € (in Steuerklasse III max. 3.000 €), jedoch
– mindestens die Basisversorung Kranken- und Pflegeversicherung.
Der Arbeitnehmer erhält eine Bescheinigung über diese Basisversorgung von seiner privaten Krankenversicherung (Bescheinigung für Vorsorgeaufwand gem. § 10 EStG) zur Vorlage beim Arbeitgeber. Wie dieser steuerlich zu berücksichtigende Betrag zu ermitteln ist, schreibt die so genannte Krankenversicherungsbeitragsanteil-Ermittlungsverordnung (klingt nach „Unwort“ des Jahres 2009) vor. Dieser Wert darf nicht verwechselt werden mit dem Beitrag zur Erlangung des Arbeitgeberzuschusses nach § 257 SGB V! Von der bescheinigten Basisversorgung ist ein fiktiver Arbeitgeberzuschuss abzuziehen, sofern hierauf ein gesetzlicher Anspruch besteht.

Beispiel:
Privat krankenversicherter Arbeitnehmer (Steuerklasse I),  Bruttoarbeitslohn 45.000 €, Anspruch auf Arbeitgeberzuschuss, bescheinigte „Basisversorgung“ KV: 6.000 € , PV: 840 €.

Ermitteln der Vorsorgepauschale im Rahmen der Entgeltabrechnung

Vorsorgepauschale KV/PV

12 % von 45.000 € = 5.400 €
maximal 1.900 €
mindestens jedoch den angegebenen eigenen Kranken- und Pflegeversicherungsbeitrag für eine Basisversorgung.

Für die KV:
 6.000 € lt. Bescheinigung nach § 10 EStG
-3.015 € fiktiver Arbeitgeberzuschuss* 
=2.985 €

 *(45.000 € x 6,7 % AG-Anteil ermäßigter Beitragssatz)

Für die PV
840,00 € lt. Bescheinigung nach § 10 EStG
-438,75 € fiktiver Arbeitgeberzuschuss**
=401,25 €

** (45.000 € x 0,975 % AG-Anteil Pflegeversicherung)

*/** Achtung:
Die Berechnung des fiktiven Arbeitgeberzuschusses im Programmablaufplan entspricht nicht dem AG-Zuschuss des § 257 SGB V in der Sozialversicherung. Der steuerlich zu berücksichtigende fiktive AG-Zuschuss wird nicht auf die Hälfte des Anteils des Arbeitnehmers gekürzt.     

Summe Vorsorge KV/PV = 3.386,25 €

Ermitteln Vorsorge RV

Für RV: 45.000 € x 9,95 % RV-Beitragssatz = 4.477,50 € Arbeitnehmeranteil
4.477,50 € x 40 % (für 2010) = 1.791 €

Vorsorgepauschale gesamt (gerundet)

Summe aus KV/PV + RV = 5.178 €
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Zum Vergleich die Vorsorgepauschale 2009:

Sonstige Vorsorge: 11% von 45.000 € = 4.950 €,
maximal 1.500 €

Für RV: 45.000 € x 9,95 % RV-Beitragssatz = 4.477,50 € Arbeitnehmeranteil
4.477,50 € x 36 % (für 2009) = 1.611,90 €

Vorsorgepauschale gesamt (gerundet) = 3.112,00 € (1.500 € sonstige  + 1.611,90 € RV)

Pauschale 2004* (Günstigerprüfung) wäre gewesen = 2.001 €

als Vorsorgepauschale 2009 deshalb abzuziehen = 3.112,00 €
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 *Im Lohnsteuerverfahren entfällt die bisherige Günstigerprüfung mit der Vorsorgepauschale vor 2005. Im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung wird diese Günstigerprüfung weiter vorgenommen.

Rechtsgrundlagen:

§ 39b Abs. 2 Nr. 3 EStG —> hier
§ 10 EStG —> hier

Hinweis:
Es handelt sich lediglich um eine Information. Eine Rechts- oder Steuerberatung liegt weder vor, noch wird diese angeboten.
Zu Ihrer persönlichen Steuersituation fragen Sie Ihren Steuerberater.

 



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